Im Rahmen des Projektkurses Chemie/Biologie bietet das Institut für Biologie in Zusammenarbeit mit Prof. Engelhard (Analytische Chemie) einen Kurs zur Forensik an. Ziel des Kurses ist es, anhand verschiedener Methoden und Vorgehensweise einen hypothetischen Mordfall aufzuklären und den Täter aus einer Reihe von 20 Verdächtigen zu identifizieren. Neben klassischen Methoden wie Vermessung von Fußabdrücken, Blutgruppenanalyse und Abgleich von Fingerabdrücken werden dabei auch moderne Methoden wie STR-Analyse über PCR und Gelelektrophorese angewandt.

Grundlage für den Kurs ist eine (hypothetische) Zeitungsmeldung über einen Mordfall an einer Studentin auf dem AR-Campus. In der Nähe wurden 20 Verdächtige festgenommen und tatrelevante Daten wie beispielsweise die Schuhgröße erfasst sowie Haar-, Textil- und Blutproben gesichert und Bodenproben aus den Schuhprofilen entnommen. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen die Rolle von Ermittlern der gebildeten Sonderkommission und versuchen, nach und nach durch unterschiedliche Verfahren Verdächtige auszuschließen, bis am Ende nur noch der Täter übrig bleibt.

Wenn auch an vielen Stellen vereinfacht, kann so doch zumindest ein Einblick in die Arbeitsweisen moderner Forensik gewonnen werden, und welchen Stellenwert biologische und chemische Arbeitsweisen und Methoden dabei einnehmen.

 


ThemaInhalt
Fußabdruck und Bodenproben

(Biologie und Chemie)
Ausgießen eines Fußabdrucks mit Gips und vermessen desselben, ausschließen einiger Täter aufgrund nicht passender Schuhgröße. Außerdem Analyse von Bodenproben (von den Schuhen der Tatverdächtigen) und Vergleich mit dem Boden am Fundort (z.B. außergewöhnlich hohe Bleibelastung oder Ähnliches).
Haaranalyse

(Biologie)
Vergleich von an dem Opfer gefundenen Haaren mit Haarproben der Tatverdächtigen mittels Mikroskop, Ausschluss weiterer Verdächtiger.
Fingerabdruck

(Chemie)
Abnehmen der Fingerabdrücke und Vergleich mit Fingerabdrücken die am Opfer bzw. Gegenständen vom Opfer gefunden wurden.
Blutnachweis und Blutgruppen

(Chemie und Biologie)
Nachweis von Blutspuren auf Kleidung mittels Luminol-Reaktion. Bestimmung der Blutgruppen und Vergleich mit den Verdächtigen, Ausschluss weiterer Verdächtiger.
Textilanalyse

(Chemie)
Vergleich von Textilresten, die am Opfer gefunden wurden, mit Textilien die die Tatverdächtigen trugen. Z. B. Wolle, Nylon, etc. über Flamme, Asche, Geruch, …
DNA I
(Biologie)
Isolation von DNA aus Mundschleimhaut der restlichen Tatverdächtigen, PCR mit STR-Primern.
DNA II
(Biologie)
Gelelektrophorese der PCR und endgültiger Nachweis des Täters durch Bandenvergleich.

 

Interesse?

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Dr. Sven Dienstbach (dienstbach@biologie.uni-siegen.de, Tel. 02717404575).

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